Neurodermitis - wenn die Haut deines Babys dich innerlich verzweifeln lässt

Neurodermitis - wenn die Haut deines Babys dich innerlich verzweifeln lässt

Nach vier Tagen fing bei meinem Baby die Neurodermitis an den Füssen an. Die Stellen wurden von Tag zu Tag grösser und wanderten langsam den ganzen Körper hoch – zuerst die Beine und Kniekehlen, dann der Bauch, die Arme, der Hals und nach kurzer Zeit sogar im Gesicht.

Wie ein Feuer breiteten sich die entzündeten Stellen aus und mit jeder Stunde wurde mein Herz schwerer.

Von Anfang an wurde mir eine Cortisonsalbe empfohlen. Ich lehnte jedoch ab, weil mir klar war, dass es dafür einen Auslöser geben musste. Mein Ziel war, diesen so schnell wie möglich zu finden. Denn ich wollte nicht jahrelang nur die Haut behandeln, ohne die eigentliche Ursache zu kennen.

Doch ihr kleiner Körper schien immer stärker zu kämpfen...

Auch meine Hebamme konnte mir zu diesem Zeitpunkt nicht mehr weiterhelfen. Also stand ich da – mit einem Neugeborenen und einem 20 Monate alten Kind – mit dem Rücken zur Wand und ohne zu wissen, wie ich dieses Rätsel lösen sollte. Ich begann, eine Alternative nach der anderen auszuprobieren. Von Naturheilkunde bis hin zur Wahrsagerin – 5 Monate von A nach B.

Unser Baby schlief nur noch auf unserem Arm, während wir stundenlang durchs Zimmer liefen.

Zwei Stunden ich, dann manchmal kurz sitzen, anschliessend übernahm mein Mann für zwei Stunden. Danach wechselten wir wieder. Nacht für Nacht. Mit jedem Tag wurden wir erschöpfter.

Nach fünf Monaten kam der erste Lockdown und plötzlich bekam ich keine Termine mehr. Meine Verzweiflung war riesig. Unsere Tochter konnte nur noch spezielle Seidenbodys tragen, weil ihre Haut mittlerweile so kratze.

Meine letzte Hoffnung war eine Praxis
für Bioresonanz. Es erschien mir zwar etwas unlogisch, weil ich sie zu diesem Zeitpunkt noch zu 100 % stillte. Trotzdem liess mich dieser Gedanke nicht mehr los.

Er schaute sich die Haut an und sagte:

"Ich möchte Ihnen nicht zu viele Hoffnungen machen, aber ich glaube, ich weiss, was es ist." Nach rund 15 Minuten Testen war für ihn die Ursache klar. Unsere Tochter hatte eine starke Unverträglichkeit auf Molke – einen Bestandteil der Kuhmilch. Ich war völlig überrascht und meinte, dass ich doch noch voll stille und sie gar keine Kuhmilch bekomme. Er erklärte mir, dass dies durchaus möglich sei, da die Bestandteile der Kuhmilch über meine Ernährung in die Muttermilch gelangen können. Das sei zwar selten und kaum zu glauben, aber eben möglich.

Ab diesem Moment verzichtete ich nahezu vollständig auf Kuhmilch. Die Haut wurde tatsächlich etwas besser und ich wusste, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Doch vollständig gelöst war das Problem noch nicht.
Deshalb entschieden wir uns gemeinsam, für eine Woche komplett auf das Stillen zu verzichten und stattdessen eine sehr hochwertige Spezialnahrung zu verwenden. Nach nur sieben Tagen waren sämtliche offenen Stellen am ganzen Körper geschlossen und die Haut begann sichtbar zu heilen.

Wir brauchten von da an zwar ein unglaublich teures Spezial-Babypulver und ich konnte nicht mehr stillen (was mich sehr belastet hat), aber dafür musste sie nicht mehr leiden.

Seit diesem Zeitpunkt:

  • Alle Hautstellen sind vollständig abgeheilt.
  • Wir mussten nie Salben gegen Trockenheit verwenden – weder im Winter noch im Sommer.
  • Sie hatte seither nie wieder Neurodermitis oder andere Hautprobleme

Unsere Tochter ist heute sieben Jahre alt.
Ja, wir mussten während rund fünf Jahren konsequent jede Form von Kuhmilch meiden und Zutatenlisten genau lesen.

Mit der Zeit hat sich ihre starke Unverträglichkeit etwas verwachsen. Kleine Mengen verträgt sie heute, insbesondere wenn die Milch stark erhitzt wurde – zum Beispiel in Kuchen oder Gebäck.

Interessanterweise mag sie den Geruch von Kuhmilch bis heute nicht und meidet sie ganz instinktiv.

Natürlich ist jeder Weg individuell.
Nicht jedes Kind mit Neurodermitis reagiert auf Milchprodukte. Bei manchen Kindern spielen Gluten, andere Nahrungsmittel, Umweltfaktoren oder ganz andere Auslöser eine Rolle. Neurodermitis ist eine komplexe Erkrankung und die Ursachen können sehr unterschiedlich sein.

Mit diesem Artikel möchte ich deshalb keine allgemeingültige Lösung aufzeigen, sondern Mut machen, gemeinsam mit medizinischen Fachpersonen nach möglichen Ursachen zu suchen und verschiedene Wege offen zu prüfen.

Vielleicht hilft unsere Geschichte genau der Mama, die gerade verzweifelt nach Antworten sucht.

Denn ich weiss aus eigener Erfahrung, wie belastend dieses Thema sein kann – körperlich, emotional und auch mental.

Du bist nicht allein.

von Herzen,
Franziska

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Franziska 🤍
Mama von drei Kindern und zertifizierte Schlafberaterin, Weiterbildung im Thema Schreibaby. Ich teile hier Wissen, persönliche Erfahrungen und alltagstaugliche Impulse rund um Babyschlaf, Bindung und das Leben als Mama.

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